Google Tag Gateway – Alles was du wissen musst!

Google hat vor kurzem das Google Tag Gateway eingeführt und empfiehlt in einigen Google Tag Manager Containern bereits mit einer großen Meldung die Aktivierung dieser Funktion:

google tag gateway hinweis meldung gtm

Doch was ist das Google Tag Gateway eigentlich und welchen Nutzen hat es? Für wen ist es gedacht? Wie richtet man es ein? Und welche Vor- und Nachteile gehen damit einher? All das werden wir in diesem umfassenden Artikel behandeln.

Am Ende gebe ich dir zudem eine klare Empfehlung, ob du das Google Tag Gateway bei dir aktivieren oder lieber zu einer alternativen Lösung greifen solltest.

Inhaltsverzeichnis

1. Was ist das Google Tag Gateway und welchen Nutzen hat es?

Um zu verstehen was das Google Tag Gateway ist und welchen Nutzen es hat, muss man zuerst verstehen, wie die normale Tracking Situation gegenwärtig aussieht.

Wahrscheinlich hast du gegenwärtig ein Tool wie Google Analytics 4 oder Google Ads Conversion Tracking über den Google Tag Manager auf deiner Website implementiert. Oder alternativ auch ohne den Google Tag Manager, indem du die Tracking Skripte direkt auf der Website eingebunden hast.

google tag gateway ga4 oder google ads auf website implementiert

Jetzt kommt ein Nutzer auf die Website und dann wird er durch die Tags getrackt (falls er die Zustimmung im Cookie Banner erteilt hat). Die Tags senden also alle gesammelten Daten an die Google Server.

ga4 und google ads tags senden daten an google server

Wenn der Nutzer nun aber beispielsweise einen AdBlocker im Einsatz hat, werden deine Skripte dennoch nicht geladen. Das gleiche gilt, wenn der Nutzer mit einem Browser auf deiner Website ist, der im Hintergrund sogenannte Intelligent Tracking Preventions (kurz ITPs) verbaut hat.

adblocker und itps verhindern daten sendung an google server trotz zustimmung

Das heißt obwohl ein Nutzer über den Cookie Banner dem Tracking zugestimmt hat, erfolgt das Tracking in diesen Fällen dann trotzdem nicht. Weil die AdBlocker und ITPs das Laden von Tags über bekannte Drittanbieter wie Google Domains von Haus aus blockieren.

Da dies ein großes Problem für Online Marketer und Unternehmen ist, wurde über die letzten Jahre hinweg das Server Side Tracking die „Go-To-Lösung“, um wieder an mehr Daten zu gelangen.

Das Problem: Server Side Tracking ist in der technischen Implementierung deutlich anspruchsvoller als das bisherige normale Client Side Tracking. Und es ist mit geringen monatlichen Kosten verbunden (da man für das Hosting des Tracking Servers bezahlen muss).

Das hat bisher noch ganz viele Online Marketer und Unternehmen zurückgehalten, ihr Tracking Setup auf ein Server Side Tracking Setup upzugraden.

Google hat aber ein großes Interesse daran, dass Unternehmen mehr Daten sammeln, weil dann die Werbealgorithmen besser funktionieren und Unternehmen folglich mehr Geld für Google Ads ausgeben.

Aus diesem Grund hat Google in Zusammenarbeit mit Cloudflare (einem CDN Anbieter) das Google Tag Gateway entwickelt, welches kostenlos genutzt werden kann.

Das Google Tag Gateway erlaubt es dir, deine Google Tags (z. B. GA4, Google Ads, GTM) über deine eigene Domain auszuliefern – anstatt direkt von googletagmanager.com oder google-analytics.com.

Dadurch werden die Tags im First Party Kontext geladen, was sie weniger anfällig für AdBlocker und Browser Schutzmechanismen (also diese ITPs) macht.

Wie funktioniert das technisch? Die Tags werden über ein Content Delivery Network (kurz CDN) – z.B. Cloudflare – ausgeliefert, das als Proxy zwischen deiner Website und den Google Servern agiert.

google tag gateway cdn zwischengeschaltet

Ein CDN ist ein Netzwerk aus weltweit verteilten Servern, das Inhalte wie Bilder, Skripte oder Videos von einem geografisch nahen Standort zum Nutzer ausliefert, um Websites schneller und zuverlässiger zu machen.

In diesem Fall lädt das CDN die Tags im Hintergrund weiterhin von Google, liefert sie aber über deine eigene Domain aus (z.B. freds-kochschule.com/metrics). Das heißt der Tracking Request an Google Analytics sieht dann beispielsweise nicht mehr so aus:

google-analytics.com/g/collect?v=2&tid=G-11111111

Sondern beispielsweise so:

freds-kochschule.com/metrics/g/collect?v=2&tid=G-11111111

Für Browser und Blocker wirkt der Request dadurch wie ein ganz normaler Request an deine eigene Website – und wird deshalb seltener blockiert.

Wichtig: Die Daten werden weiterhin an Google gesendet, nur eben über den Umweg über das CDN.

Das ist also wie in vielen Artikeln und Videos im Internet fälschlicherweise beschrieben KEIN Datenschutz-Feature (was also zu irgendwie besserem Datenschutz führt), sondern ein Stabilitäts- bzw. Robustheits-Feature (sodass am Ende mehr Daten ankommen).

2. Für wen ist das Google Tag Gateway gedacht?

Das heißt, für WEN ist jetzt das Google Tag Gateway jetzt konkret gedacht?

Es ist für alle, die mehr Daten haben wollen als durch normales Client Side Tracking, ohne aber ein komplettes Server Side Tracking Setup aufsetzenzu müssen.

Auch wenn einem also das Server Side Tracking zu kompliziert ist, kann man einen Teil der Vorteile von Server Side Tracking dadurch leichter bei sich implementieren.

Wobei hier betont werden muss, das wirklich nur ein kleiner Teil der Features von Server Side Tracking dadurch genutzt werden kann und das Google Tag Gateway lediglich für Google Tools funktioniert.

Für Meta, LinkedIn oder andere Tags von gängigen Marketing Tools kann man dieses also NICHT nutzen. Und das leitet jetzt auch schon fließend auf die Vor- und Nachteile dieser Lösung über.

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3. Vorteile des Google Tag Gateway

Fassen wir im ersten Schritt die Vorteile kurz zusammen.

Vorteil 1: Du hast mehr Daten als mit deinem bisherigen Client Side Tracking. Denn durch das Google Tag Gateway können manche AdBlocker und Browser Schutzmechanismen (ITPs) umgangen werden.

Vorteil 2: Wenn du mit deiner Website das CDN Cloudflare nutzt, kannst du das Google Tag Gateway mit nur wenigen Klicks super einfach einrichten.

4. Einrichtung des Google Tag Gateway

Das Google Tag Gateway einrichten funktioniert ganz einfach. Gehe hierzu in deinen Google Tag Manager Container und klicke oben im Menü auf „Verwaltung“.

google tag gateway einrichten schritt 1

Als nächstes klickst du in der rechten Spalte ganz unten auf den Menüpunkt „Google Tag Gateway“.

google tag gateway einrichten schritt 2

Daraufhin öffnet sich ein neues Fenster, in welchem du nach unten scrollst und auf den Button „Weiter“ klickst.

google tag gateway einrichten schritt 3

Und nun öffnet sich ein weiteres Fenster, in welchem du dich lediglich bei deinem Cloudflare Konto anmelden musst, um die Konfiguration abzuschließen.

google tag gateway einrichten schrit 4

Sobald du allen Schritten im Einrichtungs-Assistent gefolgt bist, hast du das Google Tag Gateway erfolgreich eingerichtet.

5. Nachteile des Google Tag Gateway

Bevor du das Google Tag Gateway jetzt aber bei dir aktivierst, lass uns erstmal über die Nachteile sprechen.

Nachteil 1: Du benötigst für die einfache Einrichtung Cloudflare als Website CDN. Wenn du Cloudflare bisher nicht verwendest, musst du dieses CDN zunächst bei dir auf der Website implementieren, was technisch wieder anspruchsvoller sein kann.

Du kannst das Google Tag Gateway auch mit einem anderen CDN verwenden, dass muss man dann aber ebenfalls technisch selbst aufsetzen und konfigurieren, was den zuvor genannten Vorteil der einfachen technischen Einrichtung wieder hinfällig macht. Zukünftig kann es aber gut sein, dass Google mit weiteren CDN Anbietern zusammenarbeitet und dann weitere einfache Konfigurationen zur Verfügung stellt.

Nachteil 2: Das Google Tag Gateway funktioniert lediglich für Google Tags.

Die meisten Tracking Setups bestehen aber nicht nur aus Google Tags (also z.B. aus GA4 oder Google Ads Conversion Tracking Tags). Oftmals hat man nämlich auch Meta Tags, LinkedIn Tags, Pinterest Tags, TikTok Tags oder anderweitige Marketing Tags im Einsatz, um eben Daten für die unterschiedlichsten Marketingplattformen zu erheben. Für diese anderen Tools kann das Google Tag Gateway NICHT genutzt werden.

Man hat den Vorteil der akkurateren Daten also alleine für die Google Tools.

Nachteil 3: Du kannst durch das Google Tag Gateway nur einen geringen Teil der Vorteile nutzen, die ein vollwertiges Server Side Tracking Setup mit sich bringt.

6. Server Side Tracking vs. Google Tag Gateway

Wenn du also vor der Entscheidung stehst, ob du entweder das Google Tag Gateway oder ein vollwertiges Server Side Tracking Setup implementierst, dann würde ich immer zum vollwertigen Server Side Tracking Setup raten.

Denn mit einem Server Side Tracking Setup kannst du an noch mehr Daten gelangen als vergleichsweise mit dem Google Tag Gateway. Darüber kannst du nämlich beispielsweise auch die Skripte der Tracking Tags so modifizieren und verschleiern, dass die Requests komplett anders aussehen und es für AdBlocker und ITPs von außen überhaupt nicht mehr sichtbar ist, dass es sich dabei um einen Tracking Request (z.B. von Google Analytics 4) handelt.

Beim Google Tag Gateway ist das eher eine simplere Lösung, weil der Pfad im Tracking Request ja weiterhin das gleiche Muster aufweist und deshalb auch noch relativ leicht von intelligenteren AdBlockern und Browser Schutzmechanismen blockiert wird.

Mit einem vollwertigen Server Side Tracking Setup hat man aber viele weitere Vorteile, beispielsweise:

Ich habe zum Thema Server Side Tracking einen umfassenden Komplett-Guide (hier klicken) für dich erstellt, in welchem du das Thema im Detail kennen lernst.

In diesem erkläre ich dir die komplette Funktionsweise, was Server Side Tracking zu bisherigen Tracking Lösungen unterscheidet, welche Vor- und Nachteile damit einhergehen sowie mit welchen laufenden Kosten man zu rechnen hat.

Ich habe dir hier eine Fallstudie von einem unserer Kunden verlinkt, welche eindrucksvoll zeigt, wie viel mehr Daten man mit der Hilfe von einem Server Side Tracking Setup herausholen kann.

Unsere Empfehlung ist also ganz klar: Wähle lieber direkt die Implementierung eines vollwertigen Server Side Tracking Setups, auch wenn es in der Implementierung etwas komplexer ist.

Wir helfen dir sehr gerne bei der Umsetzung, sodass das Setup sauber bei dir läuft und du so permanent von der gesteigerten Datenqualität profitieren kannst.

Alternativ kannst du dir auch das Server Side Tracking Expert Training sichern, in welchem wir dir die Umsetzung eines Server Side Tracking Setups Schritt-für-Schritt zeigen.

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