In diesem Artikel lernst du, wie du unerwünschte GA4 Verweise (sogenannte Referrals) in deiner Google Analytics Property ausschliessen kannst. Zudem wirst du lernen, was Verweise überhaupt sind und wieso das Ausschliessen von bestimmten Verweisen überhaupt notwendig ist.
Inhaltsverzeichnis
1. Was sind GA4 Verweise bzw. Referrals überhaupt?
Beantworten wir zunächst die wichtige Frage, was Google Analytics Verweise (Referrals) eigentlich sind.
Verweise sind Zugriffe, die von einer anderen Quelle an deine Webseite weitergeleitet werden.
Alle Nutzer die also auf deiner Webseite landen, nachdem sie auf einen Link geklickt haben, der von einer anderen Seite stammt (ausgenommen von Suchmaschinen), werden dann in deinen GA4 Berichten als Quelle „Referral„, zu deutsch „Verweis“ getagged.
Am besten veranschaulichen kann man sich dies anhand eines kleinen Beispiels.
Du hast zum Beispiel einen Blog, in welchem du Rezepte für leckere Gerichte veröffentlichst. Es kann nun sein, dass ein anderer Blog von deiner Rezeptidee inspiriert ist und ebenfalls einen Blog Artikel zu deinem Rezept verfasst. Dabei wird der Verfasser kreativ und fügt noch eigene Vorschläge zu deinem ursprünglichen Rezept hinzu (beispielsweise werden neue Gewürze verwendet oder ganze neue Zutaten hinzugefügt). Um dir Credits zu geben, verlinkt dich dieser Blog fairerweise unter dem Artikel als Quelle für die Idee.
Sollte nun jemand diesen anderen Blog Artikel lesen und dann auf den Link zu deiner Website klicken, wird dieser Besucher in deinem GA4 Account als Medium „Referral“ also als Verweis getagged. Die Quelle dieses Verweises ist dann die URL des anderen Rezepte Blogs.
An sich klingt das eigentlich sehr gut, doch es gibt einen Grund wieso man solche Verweise in manchen Fällen ausschliessen möchte.

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2. Use-Case: Wieso stört in manchen Fällen ungewollter Referral Traffic?
Ein häufiges Problem sind beispielsweise Zahlungsdienstleister.
Wenn du auf deiner Webseite nämlich Produkte zum Kauf anbietest, dann wird der Nutzer, sobald er bezahlen möchte, in der Regel auf die Website des Zahlungsdienstleisters weitergeleitet. Ein gutes Beispiel hierfür ist PayPal.
Sobald ein Kunde auf deinem Bestellformular Paypal auswählt, so wird er automatisch an die Domain Paypal.com weitergeleitet, auf der er sich dann in seinen Account einloggen und die Zahlung bestätigen soll.
Sobald die Zahlung erfolgreich durchgeführt wurde, wird er automatisch wieder auf deine Website zurückgeleitet. In der Regel auf eine sogenannte Dankeseite, auf welcher dann das Conversion Ereignis gefeuert wird. Die Prozesskette sieht also wie folgt aus:

Wenn man Paypal jetzt nicht als Verweis ausschliesst, dann wird die Conversion nicht der eigentlichen Traffic Quelle (z.B. eine Werbeanzeige, die den Nutzer eigentlich auf deine Website gebracht hat), sondern stattdessen PayPal zugeordnet.

In deinen Google Analytics Berichten siehst du dann, dass PayPal eine bestimmte Zahl von Conversions generiert hat, was aber eine vollkommen nutzlose Information ist.
Die eigentliche Traffic Quelle die zur Conversion geführt hat, geht also total verloren.
Aus diesem Grund ist es sehr wichtig, diese Zahlungsdienstleister URLs direkt auf die Verweise Ausschlussliste aufzunehmen, damit das eben nicht passiert. Denn wenn Paypal als Verweis ausgeschlossen wurde, so wird Paypal in der Prozesskette ignoriert und die Conversion wird der korrekten Traffic Quelle (in diesem Fall der Werbeanzeige) zugeordnet.

Und damit kann man die Google Analytics Berichte dann auch sinnvoll interpretieren.
Die Umsetzung in Google Analytics ist super einfach, weshalb ich dir dies im nächsten Abschnitt direkt einmal demonstrieren möchte.
3. Umsetzung: Ungewollte Google Analytics Verweise ausschliessen
Unerwünschte Google Analytics Verweise können mit nur wenigen Klicks komfortabel ausgeschlossen werden. Sehen wir uns diesen Prozess nun Schritt-für-Schritt an.
Logge dich zuerst in deiner Google Analytics 4 Property ein. Navigiere anschließend zu den Einstellungen, indem du links im Menü auf „Verwaltung“ klickst und gehe dann auf „Datenstreams„. Wähle hier den gewünschten Datenstream aus.

Scrolle dann runter auf den Bereich „Google Tag„, klicke dann auf „Tag-Einstellungen bearbeiten“ und dann auf die Option „Mehr anzeigen„. Anschließend kann unter „Liste unerwünschter Verweise“ jeder unerwünschte Referral eingetragen werden. Sobald alles hinterlegt ist, klickst du oben rechts auf speichern und die Liste ist fertig angelegt.

Durch diese Hinterlegung stellst du sicher, dass die angelegten Verweise nicht mehr in deinen Berichten auftauchen. Wenn nun beispielsweise ein Kunde ein Produkt mit PayPal bezahlt und daraufhin auf der Dankeseite landet, dann wird die ausgelöste Conversion nicht mehr PayPal, sondern der tatsächlichen Quelle (z.B. eine Werbeanzeige) zugeordnet.
3.1. Hinweis
Abschließend noch ein kurzer Hinweis. Falls du bereits in der Vergangenheit Google Universal Analytics verwendet hast, dann musste dort auf der Verweis Ausschlussliste auch immer die eigene Domain angegeben werden, da diese in manchen Fällen selbst als Verweis angezeigt wurde.
In Google Analytics 4 wurde das allerdings behoben, sodass die eigene URL und die Subdomains nicht mehr eingetragen werden müssen.
In diesem Artikel haben wir dir nun gezeigt, wie du unerwünschte Referrals mit ein paar Klicks aus deinen Berichten ausschliessen kannst. Damit kannst du eine hohe Qualität deiner Daten sicherstellen und erhältst einen besseren Einblick für deine Webanalysen.

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